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E1 – I’m in love with you

Es gibt so Tage, da bewegst du dich als Trainer in einem absoluten Gefühlschaos zwischen Freude, Spaß und Stolz und das Ganze gleichzeitig gepaart mit der Erkenntnis „Leute, irgendwie bin ich zu alt für den Sch….“. Und genau gestern war wieder so einer dieser Tage, bei dem wir beim Pfingstturnier des Dresdner SC zu Gast waren. Ob der Geist der in der Nähe stattgefundenen Rammsteinkonzerte noch in der Luft lag oder was auch immer es war, die Jungs waren von Beginn an on Fire. Zudem fiel für mich als Trainer an diesem Tag auch Weihnachten und Ostern auf einen Tag, denn nach einer kurzen Beratung einigten sich die Trainer mehrheitlich darauf, die Rückpassregel anzuwenden, d.h. endlich kein Ballgeschiebe zum eigenen Torwart und endlich der Fokus auf FußballSPIELEN. Klar, dass dies nicht allen Trainer passte und wir kennen hier ja unsere Pappenheimer aus dem Dresdner Spielbetrieb. Aber am Ende entschied halt die Mehrheit und in meinem Kopf formte sich an die ewig gestrigen ein herzliches und doch sehr Schalli typisches – „Ätsch!“.

Dann ging es aber endlich los und im ersten Spiel trafen wir auf den SC Borea. Nach einem ersten Abtasten ging es richtig zur Sache. Großartige Dribblings, Pässe und starke Zweikämpfe prägten das Spiel, welches wir am Ende verdient mit 4:2 gewinnen konnten. Im nächsten Spiel erwartete uns die vierte Mannschaft des DSC, die aus sehr jungen Spielern bestand. Das es am Ende nur 6:0 stand lag an unserer mangelnden Chancenverwertung und dennoch Respekt an die jungen DSC’ler, die sich nie aufgegeben haben. Im dritten Spiel war ich erst ein wenig verwundert, denn der Gegner, die Seenlandkickers, versuchten es anfangs mit jeder Menge Schüssen. Warum sie das aber aus ihrer Hälfte heraustaten, bleibt wohl erst einmal ein Geheimnis, zumal wir ja mit unserer Hermsdorfer Katze nun jemand im Tor haben, der dafür nur ein leichtes Schmunzeln übrighatte. Zum Glück legte sich das Ganze aber wieder und in einem dann doch noch guten Spiel konnten wir mit 4:1 als Sieger vom Platz gehen. Die Löbtauer Kickers, welche ja in unserem Pool spielen und gegen die wir noch nicht gewinnen konnten, sollte dann eine andere Hausnummer werden. Zumindest in meiner grauen Theorie, denn wie unsere Jungs hier mit Leidenschaft und Spielwitz dem Gegner den Schneid abkauften, das war echt grandios. 3:0 hieß es am Ende und das war mehr als verdient. Mit dieser Euphorie wurde dann auch die zweite Mannschaft des DSC empfangen und wenn es am Ende nach 15 Minuten 8:1 steht, dann sagt das alles über das Kräfteverhältnis aus. Leider hatten wir vor dem letzten Spiel, gegen den bisher ebenfalls noch ungeschlagenen SV Großrückerswalde, eine etwas längere Pause, welche uns dann doch ein wenig aus dem Rhythmus gebracht hat. Der Gegner brauchte einen Sieg für die Tabellenführung, uns reichte ein Unentschieden und das merkte man dem Spiel auch etwas an. Zudem bekamen wir die immer wieder lang geschlagenen Bälle nicht unter Kontrolle und gerieten kurz vor Schluss völlig verdient mit 1:3 in Rückstand. Aber an diesem Tag war einfach alles möglich und mit einer absoluten Willensleistung, angefeuert von allen Wechselspielern und Fans, schafften die Jungs doch noch den Ausgleich und zogen ungeschlagen als Gruppenerster ins Halbfinale ein. Jetzt wisst ihr auch, warum ich anfangs den Spruch mit „Zu alt für den Sch…“ erwähnt habe, denn so oft muss ich so eine Aufregung nicht mehr haben.

Im Halbfinale erwartete uns der SV Barkas Frankenberg und die ersten zehn Minuten des Spieles gehörten den Weixdorfern, die sich mehrfach klasse bis zum gegnerischen Tor durchspielen konnten. Allein der Ball wollte nicht ins Tor und so kam es wie es kommen musste und der Gegner nutzte eigentlich seine erste Chance, um in Führung zu gehen. Zudem agierten die Frankenberger zunehmend körperlicher und teilweise auch härter, womit wir so unsere Probleme hatten. Aber auch das gehört zum Lernen dazu, genau wie die Niederlage, die am Ende mit 3:0 doch etwas zu hoch ausfiel. Natürlich musste nun „Schwerstarbeit“ im Trösten geleistet werden und bei einigen mussten die Emotionen als Tränen heraus. Aber wir hatten ja noch ein Spiel, das um Platz drei, auf welches wir uns im Kreis mit allen Fans einstimmten. „Steht ihr nach der Niederlage wieder auf oder bleibt ihr liegen?“ war die Frage an die Jungs und die Antwort darauf gaben sie in dem darauffolgenden Spiel, in dem wir wieder auf den SV Großrückerswalde trafen. Und die Antwort war klar, die Antwort war deutlich und die Antwort lautete „Wir sind ein Team! Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Aber wir stehen immer wieder auf!“. Es war einfach eine Freude den Jungs in diesem kleinen Finale zu zusehen, wie sie aus dem vergangenen Spiel gelernt hatten und wie sie einfach Spaß am Fussball hatten. Vor allem wie das ganze Team für Scholle III. gespielt hatte, der sich an diesem Tag noch nicht mit einem Tor belohnen konnte, und wie selbst auf eigene Torabschlüsse verzichtet wurde, nur um den Ball doch noch auf ihn zu spielen – das war einfach Teamgeist pur! Am Ende stand ein toller 5:2 Sieg und damit der Bronzerang des Turnieres fest und die Jungs konnten sich so für ihre sehr starke Leistung belohnen.

Belohnt wurde dann auch noch die Grinseplinse von der Bergsiedlung, denn diesen hatte ich aus unserer Mannschaft ins „Allstarteam“ oder, wie es der Ottendorfer Sprüchekasper treffend analysierte, ins „Alschdardeam“ gewählt. Das dieser den Pokal mit seinem gewohnt offenen Schnürsenkel, aber nicht minder glücklich, in Empfang nahm, ist auch wieder so eine Geschichte, die zu diesem wunderbaren Tag passt.
Eines noch zum Schluss, ja ich weiß, ich habe mich hier ja doch wieder ein wenig „verquasselt“, denn ich wurde an diesem Tag mehrfach von den Eltern erstaunt gefragt „Schalli, was hast du denn mit den Jungs gemacht oder was hast du denn denen gegeben, dass die heute so spielen?“ Im Prinzip ist es einfach und es besteht aus nur einem Wort – „VERTRAUEN“! ♥

Alle Ergebnisse noch einmal unter Pfingstcup Dresdner SC 2024